VfL verabschiedet sich mit spektakulärer Aufholjagd in die Winterpause – 3:3 gegen den HSV Neuwied

Sonntag, 25.11.2018. Von dem einen Lokalderby ins nächste! Nachdem der VfL Oberbieber sich am vergangenen Wochenende mit einem 1:1 bei der SG Feldkirchen begnügen musste, war nun am 3. Rückrundenspieltag der HSV Neuwied zu Gast am Aubach. Der Heimatsportverein konnte sich am letzten Spieltag knapp gegen den SV Roßbach durchsetzen und ist somit der direkte sowie punktgleiche Tabellennachbar des VfL. Die Oberbieberer wollten in ihrem letzten Heimspiel vor der Winterpause die Serie vor heimischen Publikum fortsetzen und somit eine gute Ausgangslage für das neue Jahr 2019 schaffen.

Doch das Spiel begann so, wie es sich der VfL überhaupt nicht vorgestellt hatte. Nach nur zwei Spielminuten konnte sich der druckvolle HSV über die rechte Seite durchsetzen und nach einer Flanke auf den zweiten Pfosten die frühe Führung erzielen. Ein Schock für die Elf von Thomas Remark, der sich nur acht Minuten später verdoppeln sollte. Der HSV war in den Anfangsminuten aggressiver, wacher, handlungsschneller und so blieb Rafet Alimi keine andere Option als einen Konter mit einem Foul zu unterbinden. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Kapitän des HSV sicher zum 2:0. Nun war der Charakter der Mannschaft gefragt, die sich ab sofort in die Partie zurück kämpfen musste. Der VfL erhöhte die Schlagzahl nach vorne und konnte nach einer Viertelstunde den ersten guten Abschluss verbuchen. Kurz darauf hatte Offensivspieler Arden Marazyan zwei gute Abschlussmöglichkeiten (23./27.) von der Strafraumgrenze, allerdings gingen die beiden Schüsse über das Tor. Der zunehmende Druck des VfL war natürlich mit dem Risiko verbunden komplett unterzugehen, da der HSV in Offensive weiterhin brandgefährlich war. In der 33. Minute gelang dem Gastgeber dann der wichtige Anschlusstreffer. Ein toller Spielaufbau, angefangen bei Torhüter Fabian Telocka, endete schließlich auf der rechten Seite bei Rafet Alimi, dessen Flanke Evgeni Rib mustergültig im Tor unterbrachte. Das Momentum lag nun eher auf Seiten des VfL, der die komfortable Spielsituation der Gäste etwas durcheinander wirbelte. Kurz vor der Pause wäre den Oberbieberern beinahe noch der Ausgleich gelungen. Nach einem Eckball von Rafet Alimi stieg Louis Hild am höchsten, hatte mit seinem Kopfball den Torhüter bereits geschlagen, jedoch klärte ein Verteidiger auf der Torlinie. Es ging somit mit einem knappen 2:1 in die Pause, welches sich der HSV aufgrund der starken Anfangsphase verdient hatte.

Nach dem Wiederanpfiff riss der VfL das Spielgeschehen an sich und drückte den HSV zunehmend in die eigene Hälfte. Die Mannschaft lief immer wieder an und versuchte Angriff für Angriff den Ausgleich zu erzielen, aber der HSV verteidigte diszipliniert und stemmte sich dagegen. Auch die Abschlüsse aus der zweiten Reihe von Dimitri Regehr (50.) und Ugur Kayikci (56.) brachten keinen Erfolg, sodass, wie so oft im Fußball, das kam, was kommen musste. Nach einem HSV-Abstoß in der 60. Minute spielten die Gäste den Angriff sauber zu Ende und bestraften die VfL-Defensive, die sich in der Situation etwas zu passiv verhielt. Nichtsdestotrotz zeigten die Schwarz-Gelben ihren Willen und spielten weiterhin zielstrebig nach vorne. Die direkte Antwort blieb allerdings verwehrt, da der Gästeschlussmann eine fulminante Direktabnahme von Arden Marazyan (65.) exzellent parierte. Die Gangart im Spiel wurde zunehmend ruppiger und es häuften sich die gelben Karten, sodass der HSV ab der 78. Minute nach einem zu harten Einsteigen in Unterzahl agieren musste. Die Überzahl spielte dem VfL in die Karten und man schnürte die Gäste in der eigenen Hälfte ein, auch wenn sie kurz zuvor noch eine gute Möglichkeit zum 4:1 durch eine Abseitsposition vergaben. In der 82. Spielminute ahndete der Unparteiische ein Handspiel im HSV-Strafraum und zeigte folgerichtig auf den Punkt. Der eingewechselte Leutrim Hoti übernahm die Verantwortung und schickte den Torwart in die falsche Ecke – 3:2. In den Schlussminuten warf der VfL Oberbieber dann alles in die Waagschale. In der 88. Minute dachte man bei einer Ecke von Rafet Alimi an eine Wiederholung, da Marc Blechschmidt den Kopfball perfekt platziert hatte und der gleiche Akteur wie in der ersten Hälfte den Ball von der Linie kratzte. Doch in der Nachspielzeit sollte sich der VfL für seine große Moral belohnen. Wieder war der Ausgangspunkt eine Flanke von Rechtsverteidiger Alimi, die Arden Marazyan zuerst an die Querlatte köpfte, jedoch schaltete Dimitri Regehr am schnellsten und nickte aus kurzer Distanz zum 3:3 ein. Als die Heimelf in der letzten Minute der Nachspielzeit dann noch auf Sieg spielte, hätte man meinen können, sie drehe total durch. Doch als Louis Hild einen Pass von Dennis Jusufi für Arden Marazyan durchließ, stockte den Zuschauern kurz der Atem, jedoch ging sein Abschluss rechts am Tor vorbei. Dies war die letzte Aktion und nach genau 95 Minuten pfiff der Schiedsrichter ein tolles Fußballspiel ab, in dem beide Mannschaften große Werbung für den Amateurfußball betrieben.

Für den VfL Oberbieber spielten:

Fabian Telocka – Rafet Alimi, Ahmed Cömez, Marc Blechschmidt, Dilgesch Aldemir (71. Nico Velten) – Dimitri Regehr, Ugur Kayikci, Louis Hild – Lukas Müller (46. Leutrim Hoti), Evgeni Rib (71. Dennis Jusufi), Arden Marazyan

Das nächste Meisterschaftsspiel bestreitet der VfL Oberbieber nach der Winterpause am 10.03.2019 gegen die DJK Neustadt/Fernthal. Anstoß ist wie gewohnt um 14:30 Uhr auf dem Oberbieberer Sportplatz.