VFLinside – Spieler im Fokus: Louis Hild

Passend zur Weihnachtszeit möchte der VfL Oberbieber die neue Reihe “Spieler im Fokus” fortsetzen. Nachdem vor einiger Zeit Spielführer Ahmed Cömez den Anfang machte, stellt sich mit Louis Hild ein weiterer Spieler aus dem Führungskreis der Mannschaft dem abschließenden Interview für das Kalenderjahr 2017. Seit 2002 schnürt er den Arbeitsschuh für den VfL und kehrte 2015 nach einer einjährigen Spielzeit beim SSV Heimbach-Weis wieder zu seinen Wurzeln zurück. Er bezeichnet diesen Schritt als die wichtigste Entscheidung in seinem Leben als Fußballer und nennt im folgenden Gespräch die wesentlichen Gründe.

Louis, du wurdest vor eineinhalb Wochen an Hand und Hüfte operiert. Erstmal wie geht es Dir und wie ist der Stand deiner Genesung?

Louis: Mir geht es gut, vielen Dank. Am Anfang war es noch etwas schmerzhaft und so ein Krankenhausaufenthalt ist nie schön. Aber mittlerweile ist alles wieder in Ordnung, auch wenn der Gips einem das Leben im Alltag ziemlich schwer macht.

Trotz der Verletzung konntest du den größten Teil der Hinrundenspiele bestreiten. Wie sieht dein Fazit für die Hinserie 2017/2018 aus?

Louis: Unsere Hinrunde gleicht eigentlich einem Film mit tausend Wendepunkten. Wir haben oft tollen Fußball gezeigt, jedoch wurden wir in vielen Spielen eiskalt bestraft. Das tat sehr weh. Unser Trainer konnte uns in der kurzen Zeit mit seiner Erfahrung in vielen Bereichen helfen, sodass wir uns in den letzten Spielen nach guten Leistungen auch belohnt haben. Das hat unsere junge Mannschaft sehr weit gebracht. Nun genießen wir die freie Zeit und freuen uns auf die Rückrunde.

Du kamst 2015 zum VfL zurück, nachdem du dein erstes Seniorenjahr beim SSV Heimbach-Weis verbracht hast. In Bezug auf die Liga war es damals ein Rückschritt, aber wieso hast du dich trotzdem für den VfL entschieden?

Louis: Ich hatte ein schönes Jahr in Heimbach und konnte zusätzlich mit der Mannschaft den Pokal gewinnen. Dennoch musste ich nicht lange überlegen, als sich damals diese einmalige Möglichkeit bot, gemeinsam mit meinen Jugendjahrgängen und Freunden zurückzukehren. Diese Entscheidung war mit viel Risiko verbunden, aber ich würde mich immer wieder so entscheiden. Der Aufstieg und das sensationelle erste Jahr war natürlich dann die Krönung.

Du hast den Aufstieg gerade angesprochen. Was waren die entscheidenden Faktoren für den Aufstieg?

Louis: Das kann ich ehrlich gesagt gar nicht sagen. Der Start damals verlief nicht gut, aber danach haben wir uns in einem Lauf gespielt und haben ein Jahr lang nicht mehr verloren. Das war schon beeindruckend für uns. Es hat damals einfach alles gepasst. Außerdem kannten sich ja alle Spieler, demnach war es eine Fortführung der Jugend sozusagen.

Mit vielen deiner Mitspieler spielst du schon lange Jahre zusammen. Verändert das auch etwas am Teamgefüge bzw. gehört sowas zum Erfolgsrezept einer Mannschaft?

Louis: Das kann sein, muss aber nicht. Bei uns ist es schon etwas besonderes. Insbesondere meine Jahrgänge Dima Regehr, Arden Marazyan oder Christian Marchisello sind nicht meine Mitspieler, das sind Gleichgesinnte. Wir haben immer die gleichen Gedanken, da muss man gar nicht miteinander reden. Man ist einfach eine Person zusammen. Das hört sich vielleicht etwas seltsam an, aber ich kann es nicht besser erklären.

Viele Spieler in deinem Alter spielen in höheren Ligen, verdienen gutes Geld mit ihrem Hobby. Reizt dich persönlich sowas als Fußballer?

Louis: Ich sehe das mit dem Geld etwas anders, aber da würde ich mich womöglich um Kopf und Kragen reden (lacht). Geld wäre niemals eine Motivation für mich. Man kann von Verein zu Verein wechseln, um Geld zu verdienen oder sich damit zu schmücken in welcher Liga man schon gekickt hat. Das verurteile ich nicht und belebt das Geschäft, das wir alle so lieben. Ich persönlich möchte etwas hinterlassen, man soll sich an Menschen erinnern, die Dinge ermöglicht haben oder etwas für andere Menschen bedeutsam gemacht haben.

Vor der Saison habt ihr viele “neue” Spieler bekommen, jedoch nur einen von außerhalb. War das ein sogenannter Umbruch für die Mannschaft?

Louis: Nein, das wäre zu übertrieben. Zwischen der Mannschaft und der damaligen A-Jugend herrschte ein enger Austausch, besonders durch die Trainertätigkeiten einiger Spieler. Außerdem standen Spieler wie Lukas oder Ciaron auch letztes Jahr schon öfters bei uns im Kader. Deshalb waren die hochkommenden Jugendspieler keine Neuzugänge, sondern einfach ein weiterer Qualitätsschub. Ein Glücksfall war natürlich, dass sich Rafet uns angeschlossen hat und wir zusätzlich noch etwas Erfahrung in unser Team integrieren konnten.

Dein Freund und Teamkollege Daniel Rempfer ist jetzt schon lange Zeit Mitglied des Vorstands und als Jugendtrainer aktiv. Wäre so etwas auch was für dich?

Louis: Aufgrund seiner Verletzung hat sich Daniels Aufgabenbereich etwas verlagert, aber er macht seinen Trainerjob sehr gut, genauso wie seine Funktion als Geschäftsführer. Natürlich wäre das etwas für mich, dennoch konzentriere ich mich am liebsten auf eine Sache zu 100 Prozent. Ich glaube, dass ich als aktiver Spieler und aktiver Trainer eine Tätigkeit etwas bevorzugen würde, auch wenn es unbewusst geschieht. Dies wäre für mich persönlich nicht richtig.

Auch im ersten Interview haben wir Ahmed Cömez die Frage gestellt, welchen Spieler aus dem Profibereich er gerne im Team hätte. Wenn du dir einen aussuchen könntest, wer wäre das?

Louis: Also seit 2004 ist Bastian Schweinsteiger mein ewiges Idol und würde natürlich in die Auswahl fallen, allerdings würde ich dann nicht mehr spielen (lacht). Nein, Spaß beiseite: Ich denke mal, ich würde mich für irgendeinen Bayern-Spieler entscheiden. Wenn ich zaubern könnte, würde ich am allerliebsten meinen Vater jünger machen und in unser Team holen, da ich gerne mal mit ihm gespielt hätte. Er musste leider viel zu früh aufhören.

Zum Abschluss wagen wir einen Ausblick in die Zukunft. Wo siehst du den VfL Oberbieber in zehn Jahren?

Louis: Natürlich am liebsten in der Bundesliga, aber das wäre ja nur mein Wunsch. Realistisch betrachtet, müsste sich nicht viel ändern. Der Verein sollte seinen Zweck nie aus den Augen verlieren, denn der VfL steht für eine leistungsorientierte und engagierte Jugendarbeit, die bestenfalls in der ersten Mannschaft mündet. Aber solche Prognosen sind immer schwierig und gefährlich, deshalb lebe ich am liebsten im Hier und Jetzt und möchte, sobald es körperlich möglich ist, auf den Platz.

 

Das Interview wurde geführt von Eric Werner.