VfL Oberbieber ähnelt dem BVB nicht nur in den Vereinsfarben – 4:3 Heimsieg gegen die SG Herschbach

Sonntag, 26.11.2017. Mit zwei Siegen aus zwei Rückrundenspielen hatte die erste Mannschaft des VfL Oberbieber viel Selbstvertrauen getankt und wollte auch im letzten Spiel des Kalenderjahres 2017 mit Spielfreude sowie großer Leidenschaft überzeugen. Auch wenn die derzeitige Tabellensituation es nicht vermuten lässt, empfing man mit der SG Herschbach einen großgewachsenen unangenehmen Gegner, der der Elf von Thomas Remark alles abverlangen sollte. Bereits im Hinspiel war es eine enge Partie, die der VfL in der Nachspielzeit mit 2:1 gewinnen konnte, jedoch sollte dieses Aufeinandertreffen bei weitem die Spannung aus dem Hinspiel übertreffen.

Die Anfangsphase begann sehr verhaltend, beide Teams versuchten ihren Rhythmus zu finden, um den Gegner nicht mit leichtsinnigen Fehlern zu Chancen einzuladen. Die ersten Angriffe des Gastgebers endeten entweder in Abschlüssen aus der Distanz oder die Hintermannschaft der SG konnte den letzten entscheidenden Pass abwehren. Nichtsdestotrotz gingen die Oberbieberer nach zehn Minuten dank der hohen Aufmerksamkeit der Offensivreihe mit 1:0 in Führung. Während des Herschbacher Aufbauspiels luchste VfL-Stürmer Ciaron Thurn dem Verteidiger den Ball ab und setzte David Brathuhn in Szene, der im Strafraum nur durch ein Foul am Torschuss gehindert werden konnte. Wie gewohnt ließ sich Milenko Vukmirovic nicht zweimal bitten und verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zur VfL-Führung (siehe: Bild). Nach dem Tor lehnte sich der VfL Oberbieber etwas zurück, wodurch die SG Herschbach immer mehr ins Spiel kam, sodass Fabian Telocka einmal zur Stelle sein musste und den Ball aus spitzen Winkel mit dem Fuß parierte. Kurz darauf bekam der Gastgeber auf der Seite keinen Zugriff und der Kopfball des SG-Stürmers ging knapp am Pfosten vorbei. Nachdem Milenko Vukmirovic zuvor eine große Möglichkeit vergeben hatte, konnte sich der VfL in der 34. Minute aus der Druckphase der Gäste befreien und Lukas Müller vollendete den schönsten Spielzug in der ersten Halbzeit zum 2:0. Ein Zuspiel von Mittelfeldakteur Hermann Wechter hielt David Brathuhn an der Grundlinie im Spiel, dessen Flanke Lukas Müller am zweiten Pfosten sehenswert verwertete. Bis zum Pausenpfiff parierte nichts mehr und es ging mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Halbzeit.

Der VfL Oberbieber erwischte den perfekten Start und erzielte acht Minuten nach dem Wiederanpfiff das 3:0. Nach einem mustergültig getretenen Eckstoß von David Brathuhn auf den ersten Pfosten stieg Louis Hild am höchsten und konnte aus kurzer Distanz den Herschbacher Schlussmann per Kopf überwinden. Bei einem Spielstand von 3:0 in einem Heimspiel trifft normalerweise das Zitat von Felix Magath, dass “der Drops gelutscht sei” zu, jedoch bewies uns das Revierderby am Wochenende das Gegenteil und auch die große Moral der Gäste aus Herschbach zeigte, dass im Fußball alles möglich ist. Nach knapp einer Stunde Spielzeit konnten sowohl Dimitri Regehr als auch Marc Blechschmidt den großen Angreifer nicht am Kopfball hindern, sodass der SG der 3:1 Anschlusstreffer gelang. In der 76. Minute zeigte sich eine Spielszene, die stellvertretend den turbulenten Spielverlauf der Begegnung charakterisiert. Kapitän Ahmed Cömez vergab nach einem scharfen Freistoß von Arden Marazyan die große Chance zum vierten Treffer und haute im direkten Gegenangriff der Herschbacher beim letzten Klärungsversuch den Ball in die Maschen, allerdings ins Gehäuse von VfL-Schlussmann Fabian Telocka. Der VfL Oberbieber hatte komplett den Faden verloren und die Gäste aus Herschbach drückten mit den beiden Toren im Rücken auf den den Ausgleich, der vier Minuten später fallen sollte. Einen Freistoß aus dem Halbfeld verlängerte der Herschbacher Spielführer per Kopf über Fabian Telocka ins Tor. Der Schock und die Frustration war der Elf und Trainer Thomas Remark ins Gesicht geschrieben, jedoch kämpfte sich der VfL aus dem “Loch” in der zweiten Halbzeit heraus und verlor trotzdem nicht den Glauben, dieses Spiel erneut zu drehen – mit Erfolg. In der 82. Spielminute erlief David Brathuhn einen langen Ball von der linken Seite, umkurvte den herauslaufenden Torhüter und schob zum 4:3 für den VfL Oberbieber ein. Nun lagen nervenaufreibende Schlussminuten vor den Oberbieberern, die mit Mann und Maus das eigene Tor verteidigten. In der Nachspielzeit erwies sich Arden Marazyans rechter Fuß als goldwert, indem er während des letzten Eckballs den Ausgleich mit einer Rettungsaktion verhinderte und somit seiner Mannschaft nach einem packenden Spiel den Sieg sicherte.

Für den VfL Oberbieber spielten:

Fabian Telocka – Ahmed Cömez, Marc Blechschmidt, Dimitri Regehr, Arden Marazyan – Louis Hild, Hermann Wechter (63. Rafet Alimi), Milenko Vukmirovic – David Brathuhn, Ciaron Thurn (77. Tobias Gessler), Lukas Müller

Für die erste Mannschaft des VfL Oberbieber geht es nun in die Winterpause. Man blickt auf eine ereignisreiche Hinrunde zurück, in der der VfL gegen Ende des Jahres wieder in die Spur gefunden hat. Das nächste Meisterschaftsspiel findet am 11.03.2018 um 14:30 Uhr in Horressen statt.

Bis dahin, eine gute Zeit, fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!